Ich weiß, was DU gestern getan hast! – Single Sign-on – Du bist das Millionengeschäft

ssoOb Du den Begriff schon mal gehört hast oder nicht; Sicher kennst Du die Situation: Du stolperst über einen neuen Webshop und musst Dich, um etwas zu kaufen, erst aufwändig registrieren, ein Passwort vergeben um dann in einer Bestätigungs-Email auf einen Link zu klicken.
Oder du hast die Möglichkeit Dich auch mit Deinem Facebook- oder Google-Account anzumelden. „Cool, das spart viel Zeit.“ denkst Du Dir und wählst diesen einfachen Weg.
„Cool, noch eine Einnahmequelle“ denken Facebook und Co. und reiben sich freudestrahlend die Hände. Es gibt einige riesige Anbieter dieser Singe Sign.on (SSO) -Dienste. Ich nenne als Beispiel hier namentlich Facebook.
Frage: Warum stellt ein Wirtschaftsunternehmen so einen Dienst für Dich „kostenlos“ zur Verfügung?
shakedown-1340048_960_720Ganz einfach, sie machen Millionengewinne damit und Du bist die Ware, die seit Jahren bereitwillig Daten liefert. Dank Cookies, Social-Plugins und der Königsdisziplin Single Sign-on wird ein nachhaltiges Bild aller Deiner Daten gespeichert und für gewinnbringende Zwecke genutzt.
Denn mit dem „Ja ich nutze Facebook für die Anmeldung in diesem Shop“-Einverständnis gehst Du den Deal ein, dass Facebook ab sofort auch ganz genau weiß, welche Produkte Du Dir ansiehst, kaufst und Freunden empfiehlst. Und dadurch natürlich auch, wer Deine Freunde außerhalb Facebooks sind. Dank der WhatsApp-Übernahme hat man dann auch noch durch die Mobilnummer einen eindeutigen Identifier und das Bild ist fast komplett.

Denn es wird nicht nur online getrackt. Auf dem Weg zur Arbeit postest Du ein Foto Deines Cappuccino, den Du Dir in dem kleinen neuen Coffee-Shop geholt hast. Egal ob Du es bei Facebook, Google, Yelp oder Foursquare postest. Nun weiß Facebook dank Deines SSO-Login, dass Du auf dem Weg zur Arbeit dort bist und außerdem Dienstags und Freitags nach dem Yoga-Kurs, in der Regel noch im Vapiano einen Absacker mit Deinen Freunden trinkst.

Eine Folge ist, dass Du immer mehr in Deiner eigenen Informations- und Werbeblase gefangen wirst, weil nicht nur Beiträge, die Dir angezeigt werden, sondern auch Seiten von Geschäften (ach schau mal, da ist ja ein Anbieter von Yoga-Matten), Werbeeinblendungen und Vorschlägen für neue Freunde, die die selben Interessen haben und Geschäfte besuchen.

So entsteht binnen kürzester Zeit nicht etwa nur ein digitaler Fingerabdruck, sondern eine vollständige gläserne Identität inklusive realem Bewegungsprofil von Dir.

Und diese Daten bleiben für immer, werden täglich ergänzt, ausgewertet und gewerblich genutzt.
Name
Alter
Geschlecht
Emailadresse
Handynummer
Vorliebe Produkte
Vorliebe Artikel
Freunde
besuchte Orte

Dank dieser Daten werden unvorstellbare Gewinne einzufahren. Und ohne es zu bemerken wirst Du durch diese gezielten Inhalte dahin gelockt oder navigiert, wo das Geld für Facebook sitzt. Dem Anbieter, der für jeden Klick zahlt und darauf wartet, dass Du „rein zufällig“ von Facebook und Co in seinen Shop gelockt wirst.

Der Gedanke „Wow. Da bin ich ja machtlos“ liegt nahe, doch mit einigen kostenlosen Tools und Tricks hast Du die Möglichkeit Dich bei Google, Yelp, Facebook und viele Weitere zu tummeln und trotzdem Dein eigenes Leben zu führen und Deine eigenen neuen Lieblingsshops und Freunde zu finden.

Keine Single Sign-on-Dienste zu nutzen ist der erste und entscheidende Schritt, denn so werden Deine verschiedenen Zugänge nicht miteinander verknüpft und Dein gewinnbringendes Profil bleibt lückenhaft und vor allem hast Du eine Chance aus Deine Filterblase nicht lückenlos werden zu lassen.

Der Zweite Schritt ist „Sicheres surfen ohne ausspioniert zu werden“ und genau dieses Thema findest Du in meinem nächsten Beitrag, der bald hier erscheint.

Für Fragen und Anregungen rund um Single Sign-on-Dienste und natürlich alles, was die Sicherheit Deiner Daten, Programme, Rechner, Tablets oder Smartphones angeht, nutze gern mein Kontaktformular.

Ich freue mich über jedes Feedback!

PS: Natürlich gibt es auch „gute“ Single Sign-on-Dienste. In Firmennetzwerken hast Du für Serverzugriff, Datenbank und auch Deine Emails das selbe Passwort. Das kommt daher, dass dort Techniken wie Active- oder Open-Directory genutzt werden. Das sind die “braven“ Brüder der großen kommerziellen SSO-Dienste. Hier brauchst Du dir natürlich keine Gedanken machen.

 

 

PS: Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, teile ihn gerne unter Angabe der URL dieses Artikels auf einer nicht-kommerziellen Plattform. Leider musste ich feststellen, dass meine Artikel ohne Quellenangabe als eigene Beiträge im Web gepostet werden. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht und das kann ich leider nicht dulden.

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9 Gedanken zu “Ich weiß, was DU gestern getan hast! – Single Sign-on – Du bist das Millionengeschäft

  1. elisabethsgeschichte

    Dankeschön, lieber Patrick, hab‘ wieder was gelernt! Mir fiel das ständige „Neuregistrieren“ schon auf die Nerven, aber jetzt mach‘ ich es wieder lieber und nutze keine SSO-Dienste.
    LG Elisabeth

    Gefällt 1 Person

  2. Hey Patrick.
    Der Artikel hat es ja ganz schön in sich 😉
    Ich ertappe mich selbst oft dabei, dass ich ziemlich viel preisgebe. Einerseits denke ich mir: ist doch egal aber andererseits besorgt mich das Ganze schon etwas. Bin gespannt auf auf den nächsten Beitrag.

    Liebste Grüße
    Lu

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, man darf da gar nicht drüber nachdenken. 🙂
      Es erklärt aber, warum so viele Firmen so viel Geld für genau diese Daten ausgeben, bzw dafür , dass nutzergezielte Werbung geschaltet wird.

      Nichts ist umsonst. Kein Spiel, Kein Onlinezugang – alles wird ja irgendwie finanziert.

      Ich hoffe, ich komme bald zu dem nächsten Beitrag.
      Liebe Grüße
      Patrick

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    1. Ja, startpage.com ist gut.
      Wobei ich finde, dass man ruhig twitter und Facebooken kann – jedoch nur die Daten perisgeben sollte, die man als wirklich relevant für seine Onlineaktivitäten erachtet.

      Und natürlich den Browser sauber halten, aber das kommt ja bald 😉
      Danke für Deinen Kommentar!
      Patrick

      Gefällt 1 Person

      1. Wäre ich noch aktiv im Geschäftsleben, müsste ich wahrscheinlich heutzutage auch zwitschern und facebooken. Zum Glück muss ich nicht mehr, und mein Selbstdarstellungsbedürfnis hält sich in Grenzen. 😀

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  3. Pingback: Sicher surfen ohne ausspioniert zu werden – Blickicht

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